Ehrenamt - Du bist gefragt

Helfer im Katastrophenschutz

Mit Christian Grüneberg, Ausbildungsbeauftragter beim THW-Luckenwalde und seit fast 10 Jahren ehrenamtlicher Helfer, sprach die „Rote Rose“ zum Thema THW – Aufgaben, Helfer, Jugendarbeit und Angebote

Was bedeutet THW?

THW steht für Technisches Hilfswerk. Das THW ist die Hilfsorganisation der Bundesrepublik Deutschland.

Was macht das THW?

Bei Katastrophen im In- und Ausland helfen unsere Kameraden den Betroffenen, z.B. bei Hochwasser, Erdbeben, Stürmen oder großen Unfällen. Das THW leistet technische Hilfe, d.h. wir finden Verschüttete, retten Personen im Wasser, heben Züge wieder ins Gleis, bauen Hilfsbrücken, pumpen große Mengen Wasser, erzeugen Strom, sorgen für Licht, stützen Häuser ab oder stellen Trinkwasser her.

Wer kann beim THW mitmachen?

Fast Jeder. 10- bis 17-Jährige können bei den Jugendgruppen mitmachen, Erwachsene bis zum 60. Lebensjahr engagieren sich nach der Grundausbildung als ehrenamtliche Helfer in den verschiedenen Einheiten. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, die Menschen helfen wollen, interessiert an Technik sind und gern mit anderen zusammenarbeiten, sind immer willkommen.

Grundausbildung und Einheiten, das klingt irgendwie nach Bundeswehr…

Ja, nur ohne Waffen und harten Befehlston. In der Grundausbildung lernt man mit den technischen Geräten wie Stromerzeuger, Motorsäge, Trennschleifer, Pumpen oder verschiedenen Handwerkzeugen umzugehen. Die Einheiten heißen bei uns Technischer Zug, Zugtrupp, Bergungsgruppe oder Fachgruppe und haben jeweils spezielle Aufgaben. Der Zugtrupp übernimmt die Leitung, die Bergungsgruppen sind echte Alleskönner und die Fachgruppen sind die Spezialisten.

 

Wo findet man das THW?

Immer dort, wo man die blauen Fahrzeuge mit dem weißen Zahnkranz sieht, also überall in Deutschland. In Brandenburg gibt es in jedem Landkreis einen Stützpunkt, meist in den größeren Städten. Im Internet oder im Telefonbuch findet man schnell den nächsten THW-Ortsverband und einen entsprechenden Kontakt.

Was bietet das THW?

Bezahlt wird man nicht, denn es ist ja eine ehrenamtliche Tätigkeit. Wer Menschen in Not mit Sachverstand helfen will, bekommt viele Möglichkeiten geboten. Vor allem spezielle Ausbildungen und Lehrgänge zum Trupp- oder Gruppenführer, zum Schweißer oder Maschinist, zum Atemschutzgeräteträger oder Ausbilder. Auch den LKW- oder Bootsführerschein kann man erwerben. Aber vor allem bietet das THW eine sinnvolle Freizeitaufgabe: mit Gleichgesinnten kameradschaftlich zu helfen.

Wie bist du zum THW gekommen?

Um ehrlich zu sein, ich wollte auf keinen Fall zur Bundeswehr. Zivildienst, Feuerwehr, DRK oder DLRG waren auch nicht so das Richtige für mich. Beim THW habe ich meinen Wehrersatzdienst geleistet. In dieser Zeit habe ich einige Lehrgänge besucht, war Pressesprecher und bin jetzt für die Ausbildung zuständig. Aber am wichtigsten ist, dass ich viele Freunde und Kameraden gefunden habe. Auch deshalb bin ich noch heute dabei und engagiere mich freiwillig.

Kann man das THW erst einmal probieren?

Na klar. Wendet euch dazu einfach an den nächsten THW-Ortsverband und fragt nach den nächsten Diensten. Dann fahrt ihr einfach hin und schaut euch alles an. Meist kann man auch gleich mitmachen.

Was macht man in der Jugendgruppe?

Die Junghelfer werden in spielerischer Form an die Technik herangeführt. Natürlich spielt ein 10-Jähriger nicht mit einer Motorsäge, aber es gibt ja auch weniger gefährliches Gerät. Ein besonderes Highlight sind die Wettkämpfe der THW-Jugend. Die Sieger aus den jeweiligen Bundesländern treten alle zwei Jahre im Bundeswettkampf gegeneinander an.