nazifrei

Brandenburg nazifrei!!

 

Das Bündnis „Brandenburg Nazifrei“ hat sich als Reaktion auf die vielen angekündigten Aufmärsche der Kameradschaft „Märkisch-Oder-Barnim“ (KMOB) im Rahmen ihrer sog. “Märkischen Aktionswochen in MOL und BAR” Anfang dieses Jahres in Eberswalde gegründet und ist am 8. Mai 2010 mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit getreten. Im östlichen Barnim sowie in Märkisch-Oderland hatte sich die Kameradschaft vorher etabliert. Sie fiel bereits in den Jahren 2008 und 2009 durch kleine Kundgebungen und Demonstrationen in Joachimsthal und Bad Freienwalde auf. Außerdem verfügte sie über vielfältige Kontakte in die landesweite Kameradschaftsszene und war mit zahlreichen neonazistischen Akteuren im Barnim, Märksich-Oderland und der Uckermark vernetzt. Bei den sog. “Märkischen Aktionswochen in MOL und BAR” handelte es sich um eine Serie von Aufmärschen, die in verschiedenen Städten im Raum Barnim und Märkisch-Oderland durchgeführt werden sollten. In Bernau, Eberswalde, Bad Freienwalde und Strausberg wurden von uns deshalb Demonstrationen gegen die Aufmärsche angemeldet, in deren Rahmen wir nicht nur jeweils Konzerte und Lesungen auf mobilen Bühnen organisiert, sondern auch offensiv zu Blockaden aufgerufen haben.

Wir haben uns in unserer Blockadetaktik bewusst auf die erfolgreichen Massenblockaden in Dresden bezogen und deren Notwendigkeit in Bezug auf Naziaufmärsche betont.

In Bernau und Strausberg konnten die Aufmärsche nur durch erfolgreiche Blockaden verhindert werden. An anderen Orten wurden die Aufmärsche aufgrund des großen Drucks von der Kameradschaft abgesagt. Nur in Bad Freienwalde konnten die Nazis marschieren, begleitet von einem viel größeren Gegenprotest. Trotzdem haben wir sogar an den Orten, in denen Aufmärsche durch die KMOB abgesagt worden sind (Joachimsthal, Biesenthal und Manschnow), anstelle von Demonstrationen kleinere Veranstaltungen wie öffentliche Kaffeetafeln durchgeführt. Zwischen den einzelnen öffentlichen Aktionen fanden zusätzlich Info-Veranstaltungen statt, die über das Nazi Treiben in der Region informierten und wirkungsvolle Gegenstrategien aufzeigten, denn wenn Nazis erstmal auf den Straßen marschieren, dann ist vorher viel falsch gelaufen. Deshalb war es uns auch ein Anliegen, auf die Bedeutung von kommunaler Jugendarbeit hinzuweisen.

Noch während der Durchführung der Kampagne des Bündnisses „Brandenburg Nazifrei“ hat sich die KMOB nach zahlreichen Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gegen ihre Anhänger und Mitglieder aufgelöst. Wir glauben, dass dieser Erfolg vor allem auf unser Engagement im Bündnis „Brandenburg Nazifrei“ zurückzuführen ist. Nur das konsequente Thematisieren der offen nazistischen Kameradschaft konnte die Aufmerksamkeit des Staates auf die Rechtsextremen lenken.

 


Dresden nazifrei!!

Rückblick 2010

Am 13. Februar wollten Nazis in Dresden zum wiederholten Male den größten Naziaufmarsch Europas abhalten und dafür das Trauern um Opfer der Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke missbrauchen. Doch diesmal war etwas anders als in den Jahren zuvor. Über 10.000 Menschen, angereist aus ganz Deutschland, aber auch den Nachbarländern, stellten sich den Nazis in den Weg und verhinderten erfolgreich den Aufmarsch.

 

Ausblick Februar 2011

Auch dieses Jahr scheinen die Nazis wieder für ihre menschenverachtenden Ideen das Gedenken in Dresden missbrauchen zu wollen. Aus dieses Jahr wollen sich wieder Menschen, Organisationen, Parteien, Verbände und Vereine den Nazis in den Weg stellen und klar machen, dass Dresden Nazifrei bleibt! Der Versuch der Nazis im Oktober diesen Jahres in Leipzig mit einem Sternmarsch erfolgreich zu Demonstrieren scheiterte komplett. Doch das darf nicht heißen: Wir haben es geschafft. Wir müssen weitermachen und in der Gesellschaft dafür kämpfen, dass es gar niemanden mehr gibt, der menschenverachtende Thesen verbreitet und derartige Aufmärsche veranstalten will. Der Weg dahin ist, immer mehr Menschen beim Protest gegen die Geschichtsverdreher mitzunehmen und einen Konsens des Miteinanders zu schaffen.

Wie kommt man hin?

Wie 2010 werden auch 2011 wieder Busse aus Berlin und Brandenburg nach Dresden fahren. Wenn auch du mitkommen und gemeinsam mit tausenden von Menschen Zivilcourage zeigen willst, findest du auf www.jusos-brandenburg.de Infos zu den Bussen nach Dresden.